Kurz gesagt
ChatGPT für Führungskräfte eignet sich als Sparringspartner für Mitarbeitergespräche, Feedback, Meeting-Vorbereitung, Entscheidungsvorlagen und die Kommunikation von Veränderungen. Personenbezogene Daten von Mitarbeitenden gehören dabei nicht in den Prompt, anonyme Beschreibungen reichen aus. Diese Seite enthält 12 kopierfertige Vorlagen mit Platzhaltern.
Stell Dir vor, Du leitest eine Abteilung, und am nächsten Morgen steht ein schwieriges Gespräch mit einem langjährigen Mitarbeiter an. Du weißt nicht, wie Du anfangen sollst. Genau hier kannst Du ChatGPT als Übungspartner nutzen: Erst hilft es Dir, Deine Punkte zu sortieren, danach übernimmt es die Rolle des Mitarbeiters, und Du probst den Einstieg zweimal. Mit dieser Vorbereitung gehst Du deutlich ruhiger ins Gespräch. Deshalb empfehle ich ChatGPT für Führungskräfte vor allem für solche Momente.
Genau dafür nutze ich es selbst am liebsten: als Sparringspartner, der jederzeit Zeit hat. Vertrauliches lässt Du dabei draußen, dazu gleich mehr. Auf dieser Seite findest Du zwölf Prompts für Gespräche, Kommunikation, Entscheidungen und die Arbeit im Team.
Wobei hilft ChatGPT für Führungskräfte konkret?
ChatGPT hilft Führungskräften vor allem beim Vorbereiten und Formulieren: Gespräche durchdenken, Feedback klar fassen, Meetings planen und Entscheidungen sauber aufbereiten. Die Führung selbst bleibt bei Dir. ChatGPT kennt weder Dein Team noch die Geschichte Deines Unternehmens. Es kann aber gute Fragen stellen und Dir Formulierungen anbieten, auf die Du unter Zeitdruck nicht gekommen wärst.
Ein wichtiger Punkt vorab: Namen, Gesundheitsdaten, Leistungsbeurteilungen mit Personenbezug oder vertrauliche Firmenzahlen gehören nicht in ein KI-Tool ohne entsprechende Vereinbarung in Deinem Unternehmen. Beschreibe Situationen anonym, etwa „Mitarbeiter im Vertrieb, seit acht Jahren im Team“. Das reicht für gute Ergebnisse völlig aus.
Prompts für Mitarbeitergespräche und Feedback
Gespräche sind der Kern von Führung. Mit diesen drei Prompts bereite ich sie vor, egal ob Jahresgespräch oder kurzes Feedback nach einem Projekt.
Du bist erfahrener Führungscoach. Ich führe nächste Woche ein [Art des Gesprächs, z. B. Jahresgespräch] mit einer Mitarbeiterin aus [Bereich], seit [Zeitraum] im Team. Meine Beobachtungen: [Stichpunkte, ohne Namen]. Mein Ziel für das Gespräch: [Ziel]. Erstelle einen Gesprächsleitfaden mit Einstieg, offenen Fragen zur Sicht der Mitarbeiterin, Punkten für mein Feedback, Raum für Wünsche und Entwicklung und einem klaren Abschluss mit Vereinbarungen. Nenne mir außerdem zwei Stellen, an denen das Gespräch kippen könnte, und wie ich dann reagiere.
Ich möchte einem Teammitglied Feedback geben. Situation: [was passiert ist]. Verhalten, das ich beobachtet habe: [konkretes Verhalten]. Wirkung auf das Team oder das Ergebnis: [Wirkung]. Formuliere daraus ein Feedback in drei Teilen: Situation, Verhalten, Wirkung. Danach eine offene Frage, mit der ich die Sicht der Person einhole. Vermeide Verallgemeinerungen wie „immer“ oder „nie“ und Bewertungen der Person.
Lass uns ein Gespräch üben. Du spielst [Rolle, z. B. einen Mitarbeiter, der sich übergangen fühlt, weil er die Teamleitung nicht bekommen hat]. Seine Haltung: [Haltung, z. B. enttäuscht und etwas gereizt]. Ich bin seine Führungskraft und beginne das Gespräch. Reagiere realistisch und nicht zu einfach. Nach fünf Wechseln unterbrichst Du das Rollenspiel und gibst mir Rückmeldung: Was hat gut funktioniert, wo habe ich die Person verloren, was könnte ich anders sagen?
Kommunikation im Team
Ob Umstrukturierung, neue Software oder ein neuer Prozess: Wie Du eine Veränderung ankündigst, entscheidet oft darüber, wie sie aufgenommen wird. Für alltägliche Nachrichten lohnt sich auch ein Blick in die Prompts für E-Mails.
Ich muss meinem Team folgende Veränderung mitteilen: [Veränderung]. Gründe: [Gründe]. Was sich für das Team konkret ändert: [Auswirkungen]. Was noch offen ist: [offene Punkte]. Schreib mir eine Ansprache für das Teammeeting mit etwa 300 Wörtern. Sie soll ehrlich sein, die Gründe nachvollziehbar machen und offene Punkte offen benennen. Liste danach die fünf Fragen auf, die das Team vermutlich stellen wird, mit Vorschlägen für meine Antworten.
Ich leite ein Meeting zum Thema [Thema] mit [Anzahl] Teilnehmenden, Dauer [Minuten] Minuten. Ziel: Am Ende soll [Ergebnis, z. B. eine Entscheidung über X] stehen. Erstelle eine Agenda mit Zeitangaben, Verantwortlichen als Platzhalter und einer Frage pro Punkt, die die Diskussion lenkt. Plane am Ende fünf Minuten für Aufgaben und Zuständigkeiten ein.
Hier sind meine Notizen aus dem Meeting [Thema]: [Notizen einfügen, Namen durch Rollen ersetzen]. Erstelle daraus: eine Zusammenfassung mit höchstens fünf Sätzen, eine Liste der getroffenen Entscheidungen und eine Tabelle mit Aufgabe, zuständiger Rolle und Termin. Wo Zuständigkeit oder Termin fehlen, schreib „offen“, damit ich nachhaken kann.
Entscheidungen und Strategie
Hier ist ChatGPT besonders hilfreich als Gegenstimme. Wer Entscheidungen allein vorbereitet, übersieht schnell Risiken. Diese Prompts zwingen mich, meine eigenen Annahmen zu prüfen.
Du bist Berater für die Geschäftsführung. Ich muss entscheiden: [Entscheidung]. Optionen: [Optionen]. Rahmen: Budget [Betrag], Zeitraum [Zeitraum], betroffene Bereiche [Bereiche]. Erstelle eine Entscheidungsvorlage mit höchstens einer Seite: Ausgangslage, Optionen mit Vor- und Nachteilen, Risiken, Empfehlung mit Begründung und die drei wichtigsten offenen Fragen, die vor der Entscheidung geklärt werden sollten.
Stell Dir vor, wir sind ein Jahr weiter und das Vorhaben [Vorhaben] ist gescheitert. Schreib aus dieser Rückschau zehn plausible Gründe für das Scheitern. Sortiere sie nach Wahrscheinlichkeit und nenne zu den fünf wahrscheinlichsten je eine Maßnahme, die wir jetzt schon ergreifen können.
Mein Team ist für [Aufgabenbereich] zuständig. Die Unternehmensziele für [Zeitraum] lauten: [Ziele]. Leite daraus drei Teamziele ab, jeweils mit zwei bis drei messbaren Ergebnissen. Prüfe jedes Ziel: Ist es realistisch mit [Teamgröße] Personen? Woran merken wir nach der Hälfte der Zeit, ob wir auf Kurs sind?
Team aufbauen und entwickeln
Die richtigen Leute finden, sie gut einarbeiten und Aufgaben sinnvoll verteilen. Auch dabei spart ChatGPT Zeit, solange Du die Inhalte vorgibst.
Schreib eine Stellenanzeige für die Position [Position] in meinem Team. Unternehmen: [kurze Beschreibung]. Aufgaben: [Aufgaben]. Was die Person mitbringen muss: [Muss-Kriterien]. Was schön wäre: [Kann-Kriterien]. Was wir bieten: [Angebote, z. B. Arbeitszeiten, Weiterbildung]. Schreib verständlich und ohne Floskeln wie „dynamisches Team“. Formuliere geschlechtsneutral und prüfe am Ende, ob Anforderungen dabei sind, die unnötig Bewerber abschrecken.
Eine neue Kollegin startet am [Datum] als [Position] in meinem Team. Ihre wichtigsten Aufgaben: [Aufgaben]. Wichtige Ansprechpartner: [Rollen]. Werkzeuge und Systeme: [Liste]. Erstelle einen Einarbeitungsplan für die ersten 30 Tage, gegliedert nach Woche 1, Woche 2 und Woche 3 bis 4. Pro Woche: Ziele, Termine mit Ansprechpartnern, erste eigene Aufgaben. Am Ende ein Vorschlag für ein Feedbackgespräch nach 30 Tagen mit fünf Fragen.
Hier ist meine aktuelle Aufgabenliste: [Liste]. Mein Team: [Rollen mit kurzer Beschreibung der Stärken, ohne Namen]. Hilf mir zu entscheiden, was ich delegieren kann. Sortiere die Aufgaben in: nur ich, delegieren mit Anleitung, ganz abgeben. Schlage für jede delegierbare Aufgabe eine passende Rolle vor und formuliere eine kurze Übergabe-Nachricht mit Ziel, Rahmen und Termin.
So holst Du mehr aus den Prompts heraus
Führungsthemen haben selten eine einzige richtige Antwort. Deshalb nutze ich ChatGPT hier am liebsten im Dialog. Diese Nachfragen helfen mir am meisten:
- „Wie würde die betroffene Person diesen Text lesen, wenn sie ohnehin verunsichert ist?“
- „Welche Fragen hätte der Betriebsrat oder die Geschäftsführung zu diesem Vorschlag?“
- „Was habe ich in meiner Beschreibung vermutlich ausgelassen?“
- „Gib mir die Gegenposition so stark wie möglich.“
- „Formuliere das so, dass ich es frei sprechen kann, ohne abzulesen.“
Meine Erfahrung aus vielen Beratungsprojekten: Die wertvollste Antwort ist oft die Frage, die ChatGPT zurückstellt. Wenn Du in einen Prompt schreibst „Stell mir zuerst kritische Fragen“, denkst Du die Situation gründlicher durch, bevor Du ins Gespräch gehst. In meiner Arbeit als Unternehmensberatung in Hamburg nutze ich genau diesen Ansatz, wenn ich Führungsteams auf Veränderungen vorbereite.
Die Grundlagen für gute Prompts erkläre ich im Ratgeber Gute Prompts schreiben. Wer ChatGPT strukturiert lernen will, inklusive Funktionen wie CustomGPTs und Deep Research, findet alles im ChatGPT Handbuch. Wenn Du noch mehr fertige Vorlagen für Deine Rolle suchst: In meinem Buch Boss Prompts stehen 30 Prompts für Strategie, Team und Abläufe, vom Devil's Advocate bis zum Konterplan gegen den Wettbewerb.
Fokus, Klarheit, Tempo mit ChatGPT
Boss Prompts
30 Prompts für Chefs, jeder mit Beispiel aus einem Handwerksbetrieb, gekürzter KI-Antwort und drei Nachfass-Prompts. Dazu ein Plan für 30 Montage.
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Die 4. Auflage mit der PROMPT+ Methode und 111 Praxis-Prompts. Für Einsteiger und alle, die ChatGPT im Job sicher nutzen wollen.
Häufige Fragen
Darf ich Informationen über Mitarbeitende in ChatGPT eingeben?
Personenbezogene Daten wie Namen, Beurteilungen, Krankheitstage oder Gehälter solltest Du nicht ungeschützt eingeben. Beschreibe Situationen anonym und prüfe, welche Regeln Dein Unternehmen für KI-Tools festgelegt hat. Gibt es einen Betriebsrat, lohnt sich ein frühes Gespräch zum Einsatz von KI.
Ersetzt ChatGPT ein Führungscoaching?
Nein. ChatGPT ist ein gutes Werkzeug zur Vorbereitung und zum Üben. Ein Coach kennt Dich, beobachtet Muster über längere Zeit und gibt Rückmeldung zu Deiner Wirkung. Beides lässt sich gut kombinieren.
Merkt mein Team, wenn ich Texte mit ChatGPT schreibe?
Wenn Du Entwürfe ungeprüft übernimmst, oft ja. Texte klingen dann glatter und allgemeiner als Du sonst. Überarbeite die Entwürfe deshalb in Deinem eigenen Ton und ergänze konkrete Beispiele aus Eurem Alltag.
Welche Aufgaben eignen sich für den Anfang?
Meeting-Agenden, Protokolle in Aufgabenlisten verwandeln und Feedback vorformulieren. Diese Aufgaben sind überschaubar, fallen häufig an und zeigen schnell, wie viel Zeit Du sparst.
Kann ChatGPT bei Personalentscheidungen helfen?
ChatGPT kann helfen, Kriterien zu ordnen und Fragen vorzubereiten. Die Entscheidung über Menschen sollte aber nie bei einer KI liegen. Prüfe außerdem, welche rechtlichen Vorgaben in Deinem Unternehmen für den Einsatz von KI in Personalfragen gelten.

